Ich möchte einbezogen sein Ich möchte einbezogen sein bei dir. Einziehen in dein Gehäuse. Ich möchte einbezogen sein in dich, deine Wohnung besetzt halten.
Ich möchte einbezogen sein bei dir. Einziehen in dein Gehäuse. Ich möchte einbezogen sein in dich, deine Wohnung besetzt halten und das Glück mit dir aufteilen. Halbe-halbe. Keiner kriegt zu viel. Ich möchte einbezogen sein und wissen, dass du meine Meinung hören willst, brauchst – und zu dir gehören. Ich möchte einbezogen sein mit dir. Erwachen und schlafen gehen. Mit dir trauern. Schöne Geschichten schreiben vom Regen, im Regen spazieren, über Friedhöfe schlendern, an das kurze Glück denken, das uns hier noch hält. Ich möchte einbezogen sein und dir gehören.
Ruhige Tage Ruhige Tage kommen erst, wenn ich angekommen sein werde. Ich werde im Regen spazieren.
Ruhige Tage kommen erst, wenn ich angekommen sein werde. Ich werde im Regen spazieren. Ich werde am Strand sein und lange, lange gehen. Ruhige Tage kommen erst, wenn ich ankomme. Nur Rauschen. Gedanken fortrauschen. Endloser Rausch ohne trunken zu sein. Ganz bei mir will ich angekommen sein und mich halten an mir, aus mir heraus. Ruhige Tage kommen, wenn ich angekommen bin. Ich werde im Regen spazieren.
Momentaufnahme Alles kommt aus diesem einen Moment: Jetzt.
Alles kommt aus diesem einen Moment: Jetzt. Das Wasser des Wasserfalls schon in wenigen Sekunden weiter unten im See. Die Forelle versteckt sich. Ich finde sie nicht. Wellen reiten. Der Wind bläst unser Schiff in irgendeine Richtung. Das Feuer wärmt. Ich finde Ruhe. Der Tag neigt sich langsam dem Ende entgegen. Die Sonne lässt sich Zeit zu gehen.
Abendstimmung Zwirbellicht, unscheinbares „Dazwischen-Licht“, also kein unglaublich toller Sonnenuntergang gerade, sondern stinknormal.
Zwirbellicht, unscheinbares „Dazwischen-Licht", also kein unglaublich toller Sonnenuntergang gerade, sondern stinknormal. Blasses Licht. Und dennoch: Licht. Der Abend geht ganz langsam Richtung Nacht, und zwar nur, weil die Erde sich dreht und wir uns langsam von der Sonne wegdrehen, ihr den Rücken zeigen, um uns ihr am nächsten Morgen wieder zuzuwenden. Faszinierend. I'm alive, and with me the birds, enchanted, singing loudly into the sky. Nothing is broken here. I hear voices, but everything is fine.
Frage: Was ist ein Tag? Haha, eine gute Frage, sagt der Mann auf der Couch, im Wohnzimmer sitzend. Gummibaum. Neben sich seine Olle. Sie nickt.
Mit O-Ton aus dem Film „Stau“ von Thomas Heise, 1992
Haha, eine gute Frage, sagt der Mann auf der Couch, im Wohnzimmer sitzend. Gummibaum. Neben sich seine Olle. Sie nickt. Ein Tag ist eigentlich jeden Tag dasselbe tun. Aufstehen, oarbeetn jehn, heeme, nächsten Tag dasselbe. Immer detselbe, immer detgleeche. Frage: Zermürbt einen die Zeit? – – – – – – – – – – – – Du siehst auf den Straßen: Die Erwachsenen sehen erschöpft aus. Stumpfes Haar, papierne, wächserne Haut. Schon auf dem halben Weg zum Tode mit langsam sich abzeichnender Toten- Maske. Besser vom Leben gezeichnet als von Sitte gemalt, haha. Was ist ein Tag? Jeden Tag dasselbe tun. Oder: Ein unbeschriebenes Blatt. Jeder Tag neu, eine Chance. Alles nochmal ändern.
Gedichten – über das Anfangen Es ist leicht, sagt Robert. Mach’s einfach, mein Kind. Tu’s doch, spricht Eliza. In mir sind Orte, wo Gedichte sind. Die Stimme spricht: hell, fest und klar. […]
Es ist leicht, sagt Robert. Mach's einfach, mein Kind. Tu's doch, spricht Eliza. In mir sind Orte, wo Gedichte sind. Die Stimme spricht: hell, fest und klar. Es ist ganz einfach. Wunderbar. Hilde tat´s, und Else auch. Es ist nicht schwer. Das will ich auch. Gedichten. Kinderleicht, leichter als leicht. Zum Lachen, beinahe, dass das schon reicht.
